Der Roman „Maigret und der Mann auf der Bank“ (Maigret et l’homme du banc, 1953) beginnt mit dem Fund einer Leiche auf einer Parkbank in Paris. Der Tote ist ein unscheinbarer Mann mittleren Alters. Zunächst scheint es sich um einen gewöhnlichen Mordfall zu handeln.
Die Ermittlungen führen Kommissar Jules Maigret zur Witwe des Opfers, die überzeugt ist, ihren Mann genau gekannt zu haben. Doch schon bald entdeckt Maigret Widersprüche. Der Verstorbene, der als ruhiger und pflichtbewusster Angestellter galt, hat offenbar ein verborgenes Leben geführt. Niemand weiß genau, wo er einen Teil seiner Zeit verbrachte oder welche Kontakte er pflegte.
Maigret beginnt, die letzten Monate des Mannes zu rekonstruieren. Dabei stößt er auf eine zweite Existenz, die der Tote vor seiner Familie geheim gehalten hatte. Nach und nach wird deutlich, dass er in einer anderen Umgebung lebte, andere Beziehungen unterhielt und Sehnsüchte verfolgte, die seiner Ehefrau völlig unbekannt waren. Während der Kommissar die Hintergründe erforscht, entsteht das Bild eines Mannes, der zwischen zwei Welten lebte und versuchte, seinem eintönigen Alltag zu entfliehen. Die Ermittlungen führen schließlich zur Aufklärung des Mordes und zeigen, wie eng die Tat mit dem geheimen Doppelleben des Opfers verbunden war.




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